Unterschätzter Teil der Vorbereitung: die Ernährung

Bereitet sich ein Hobbygolfer auf eine 18-Loch-Runde vor, geht er seine Golftasche meist systematisch durch. Die Ausrüstung muss stimmen, von den Schlägern über die Bälle bis zur Pitchgabel und der Mütze. Dazu eine Flasche für den Durst zwischendurch, eine Banane oder ein Riegel zur Stärkung nach der Hälfte des Weges. Was bei den Profis mittlerweile ein essentieller Teil der Vorbereitung auf eine Golfrunde ist, wird von Amateurgolfern noch immer häufig unterschätzt: die Ernährung.

Denn mitnichten reicht die Zufuhr eines Riegels und ein bisschen Flüssigkeit während der Runde. Wissenschaftliche Studien zeigen vielmehr, dass Golfer auf einer fünfstündigen Runde 1500-2000 Kilokalorien verbrauchen. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Kalorienverbrauch an einem normalen Tag ohne sportliche Betätigung liegt in Deutschland bei knapp 2000 Kilokalorien. Jeder Golfer verbraucht demnach doppelt so viel Energie wie üblich.Diesen Bedarf zu decken ist die große Kunst. Denn längst spielt die Kondition auf dem Golfplatz eine entscheidende Rolle: Technik, Kontrolle, Motivation und selbst die Wahl des Schlägers hängen unmittelbar von der Frische ab. Schlagworte wie Blutzuckerspiegel, Kohlenhydrate und Mineralien fallen in diesem Zusammenhang sofort, das Lebenselexier heißt aber: Flüssigkeit.

Während Ärzte empfehlen, an einem normalen Tag bis zu zwei Liter zu trinken, dürstet der Körper an einem golfreichen Tag nach mehr als vier Litern. Der Flüssigkeitsverlust auf 18 Loch ist enorm und entzieht dem Körper so noch weitere wichtige Nährstoffe. Diesem jedoch noch vor dem Einsetzen des Durstgefühls entgegen zu wirken, ist entscheidend. Ein weit verbreiteter Fehler ist der Griff zur Cola: Denn Süßgetränke wirken nur kurzfristig, schenken zwar schnell Energie, die aber ebenso schnell wieder verloren geht. Müdigkeit folgt, anders als bei Wasser, Fruchtsaftschorlen oder isotonischen Getränken.

Eine weitaus kompliziertere Frage ist die nach der festen Nahrung. Auf die Verträglichkeit komme es an, sagen Ernährungsberater. Viel anfangen können damit Otto-Normal-Verbraucher aber nicht, wer isst schon gerne Dinge, die er nicht verträgt? Wichtiger sind die Zeitpunkte: zwei Stunden vor der Runde hilft eine letzte größere, aber leichte Mahlzeit. Während der Runde sind kohlenhydratreiche Produkte wie Müsliriegel, Vollkornbrot, frisches Obst und Joghurt hilfreich, allerdings nur, wenn sie in regelmäßigen Abständen zugeführt werden. Eine Verpflegung nur nach Loch 9 wäre zu wenig. Ist das 18. Loch dann geschafft, ist die Frage der Ernährung aber noch nicht vollständig beantwortet. Mit Gemüse, Salaten und magerem Fleisch sollten die letzten Verluste aufgefangen werden. So stünde auch am nächsten Tag einer erfolgreiche Golfrunde nichts mehr im Wege.